Obedience - Hundesport in Perfektion
was es über Obedience zu wissen gibt
„Sitz“, „Platz“, „Steh“ und eine korrekte Fußarbeit sind nur einige Elemente aus dem Obedience. Gegenstände, wie Pylonen, müssen auf Kommando vom Hund umlaufen werden, ein Apportel muss gebracht oder ein nach dem Hundeführer riechendes Holz gefunden werden.
Klasse Beginner
1. Verhalten gegenüber anderen Hunden
2. 1 Minute liegen in einer Gruppe, Hundeführer in Sicht
3. Freifolge
4. Steh / Sitz / Platz aus der Bewegung (Hundeführer wählt aus)
5. In ein 10 Meter entferntes Quadrat schicken mit Platz
6. Abrufen aus dem Quadrat
7. Sprung über die Hürde
8. Apport auf ebener Erde
9. Distanzkontrolle aus 3 Metern, 2 Wechsel
10. Um eine 5 Meter entfernte Pylonengruppe/Tonne herumschicken
11. Gesamteindruck
Klasse 1
1. 1 Minute Sitzen in der Gruppe, Hundeführer in Sicht
2. Freifolge
3. Steh oder Sitz oder Platz aus der Bewegung
4. Abrufen
5. In ein 15 Meter entferntes Quadrat schicken mit Platz
6. Distanzkontrolle aus 5 Meter
7. Apportieren und Sprung über eine Hürde
8. Um eine 10 Meter entfernte Pylonengruppe/Tonne herumschicken
9. Gesamteindruck
Klasse 2
1. 2 Minuten Liegen in der Gruppe, Hundeführer außer Sicht des Hundes
2. Freifolge
3. Steh / Sitz / Platz aus der Bewegung (zwei dieser drei Positionen)
4. Abrufen mit Steh
5. In ein 23 Meter entferntes Quadrat schicken mit Platz und abrufen
6. Apportieren mit Richtungsanweisung
7. Geruchsidentifizierung
8. Distanzkontrolle aus 10 Metern
9. Um eine Pylonengruppe/Tonne herumschicken, Steh/Platz und springen
10. Gesamteindruck
Klasse 3
1. 2 Minuten sitzen in einer Gruppe, Hundeführer außer Sicht des Hundes
2. 1 Minute liegen in einer Gruppe mit abrufen
3. Freifolge
4. Positionen aus der Bewegung (zwei der drei möglichen Positionen)
5. Abrufen mit Steh/Sitz/Platz
6. In ein 23 Meter Quadrat schicken mit Richtungsanweisung, Platz und abrufen
7. Apportieren auf Anweisung
8. Um eine Pylonengruppe/Tonne herumschicken, Steh/Sitz/Platz, apportieren und springen
9. Geruchsidentifizierung
10. Distanzkontrolle aus 15 Meter
Klasse Senioren
1. 2 Minuten Liegen in der Gruppe, Hundeführer außer Sicht des Hundes
2. Freifolge
3. Abrufen
4. In ein 15 Meter entferntes Quadrat schicken mit Platz
5. Steh / Sitz / Platz aus der Bewegung (zwei dieser drei Positionen)
6. Apportieren mit Richtungsanweisung
7. Um eine 5 Meter entfernte Pylonengruppe/Tonne herumschicken
8. Geruchsidentifizierung
9. Distanzkontrolle aus 10 Metern
10. Gesamteindruck
Übungen im Obedience
Eine Obedience Prüfung setzt sich aus einer Gruppenübung und verschiedenen Einzelübungen zusammen, die hier nachfolgend zusammengefasst dargestellt werden.
Alle Details dazu findest Du jeweils ausführlich in der Prüfungsordnung.
Es gibt 9-11 Übungen pro Klasse. Die Anforderungen an die Elemente in den Übungen steigern sich in den Klassen.
Die maximale Punktzahl in jeder Übung beträgt 10 Punkte, wobei jede Abweichung vom Ideal einen Punktabzug bringt. Die Punkte werden nach Multiplikation mit einem Koeffizienten (je nach Übung 2, 3 oder 4) zusammengerechnet, so dass Du maximal 320 Punkte erreichen kannst.
Je nach erreichter Punktzahl, kannst Du die Prüfung mit einem „Gut“, einem „Sehr Gut“ oder einem „Vorzüglich“ bestehen.
Nach einem vorzüglichem Ergebnis kannst Du in die nächste Klasse aufsteigen.
Gruppenübungen
In jeder Klasse werden Gruppenübungen durchgeführt. Eine Gruppe setzt sich aus 3-6 Hunden zusammen.
Hier findet eine Überprüfung des Sozialverhaltens gegenüber anderen Hunden und fremden Menschen statt.
Die Gruppenübungen umfassen auch das Abliegen oder Absitzen der Hunde für einen bestimmten Zeitraum, während sich die Hundeführer entfernen oder komplett außer Sicht der Hunde gehen.
Freifolge
Die Fußarbeit im Obedience erfolgt immer in der Freifolge – also ohne Leine.
Die richtige Position des Hundes ist links neben seinem Hundeführer, die Schulter des Hundes auf Kniehöhe des Hundeführers.
Dabei soll der Hund aufmerksam, natürlich und freudig laufen und auch der Hundeführer soll seine Füße und Arme auf natürliche Weise bewegen.
Die Anforderungen der Übung steigern sich in den Klassen in der Länge und den Elementen der Fußarbeit. Werden in der Beginner Klasse die Winkel und Kehrtwendungen nur im Normalschritt geprüft, müssen diese in den höheren Klassen auch im Laufschritt und langsamen Schritt gezeigt werden.
Auch einzelne Schritte nach rechts, links und rückwärts werden gefordert.
Die Dauer der Freifolge steigert sich je nach Leistungsklasse.
Eine Freifolge in der Beginner Klasse dauert etwa eine Minute, in der Klasse 3 bereits 3 bis 4 Minuten.
Positionen aus der Bewegung
In dieser Übung muss der Hund die Positionen Sitz, Steh und Platz aus der Bewegung einnehmen, während er sich in der Freifolge befindet.
In der Beginner Klasse und der Klasse 1 muss eine Position gezeigt werden, während in den Klassen 2 und 3 und bei den Senioren 2 Positionen verlangt werden.
In der Beginner Klasse kann der Hundeführer noch wählen, ob der Hund Sitz, Steh oder Platz zeigen soll.
In den anderen Klassen entscheidet der Richter darüber, welche der Positionen in welcher Reihenfolge gezeigt werden sollen.
Auch ein Umrunden des wartenden Hundes wird ab der Klasse 1 gefordert, wobei der Hund seine Position nicht verändern darf.
In ein Quadrat schicken – "Box"
Der Hund wird vom Hundeführer aus der Grundstellung in ein 10 – 23 m entferntes Quadrat voraus geschickt.
In dem 3 m x 3 m großen Quadrat, welches mit einem Band und 4 kleinen Kegeln markiert ist, muss der Hund auf Kommando die Platz Position einnehmen. Optional kann der Hund dazu vorher in das Steh gerufen werden.
In den Klassen 2 und 3 muss der Hund hier liegen bleiben, während der Hundeführer einen kleinen Spaziergang, nach einem festgelegten Lauf-Schema, auf dem Platz unternimmt und seinen Hund letztendlich in die Fuß-Position abruft.
In der Klasse 3 wird die Übung dadurch erschwert, dass der Hund zunächst 10 m voraus in einen markierten Kreis geschickt und dann dort gestoppt wird. Von hier wird der Hund weiter in die Box dirigiert, die sich nun in 23 m Entfernung rechts oder links von dem Hund befinden kann.
Abrufen
Während diese Übung in den Klassen Beginner, 1 und Senioren recht einfach ist, wird diese Übung in den Klassen 2 und 3 sehr anspruchsvoll.
Nach Einnehmen der Grundstellung startet das Abrufen aus der Platzposition heraus.
Der Hundeführer entfernt sich anschließend
20 – 30 m vom Hund.
Der Hund soll auf das Abruf-Kommando gerade und schnell zu seinem Hundeführer laufen und dort die Grundstellung oder zuvor den Vorsitz einnehmen.
In der Klasse 2 wird der Hund auf der Hälfte der Strecke in eine Stehposition gerufen und muss diese Position für 3 Sekunden halten, bis er vom Hundeführer erneut gerufen wird.
In Klasse 3 muss der Hund insgesamt 2 Positionen auf dieser Strecke einnehmen. Der Richter entscheidet vor der Prüfung, welche der Positionen in welcher Reihenfolge eingenommen werden sollen.
Distanzkontrolle
In dieser Übung wird der Hund nach der Anfangsgrundstellung zunächst in eine Platzposition gebracht und der Hundeführer entfernt sich je nach Leistungsklasse 3, 5, 10 oder 15 m von seinem Hund.
Der Hund soll nun verschiedene Positionswechsel zeigen und darf dabei seinen ursprünglichen Platz nicht verlassen und sich nicht nach vorn oder hinten verschieben.
Die jeweiligen Positionen muss der Hund etwa 3 Sekunden sauber halten.
Hinter dem Hund befindet sich hierbei immer eine Person, welche die Positionen dem Hundeführer mit einer Tafel oder Ähnlichem anzeigt.
In der Beginner Klasse und der Klasse 1 wird der Wechsel Sitz/Platz verlangt.
In den weiteren Klassen muss der Hund auch die Stehposition aus dem Sitz und dem Platz einnehmen und auch aus dem Steh wieder in diese Positionen wechseln.
Geruchsidentifikation
Der Hund muss hier ein vom Hundeführer angefasstes Hölzchen suchen und dem Hundeführer bringen.
Der Hundeführer berührt das Hölzchen zunächst zwischen 5 und 10 Sekunden und übergibt es dem Steward, welcher das Hölzchen mit 5 – 7 weiteren neutralen Hölzchen auf dem Boden sichtbar auslegt.
In der Zwischenzeit dreht sich der Hundeführer um, damit er nicht sehen kann, welches sein Hölzchen ist und dem Hund keine Hilfen geben kann.
Auf Kommando dreht der Hundeführer sich zurück und schickt seinen Hund zum Suchen.
Der Hund soll zielgerichtet das Hölzchen des Hundeführers suchen die neutralen Hölzchen ignorieren und das richtige Hölzchen bringen. Dabei kann der Hund gleich die Grundstellung oder zunächst den Vorsitz zeigen.
Natürlich soll der Hund das Hölzchen ruhig tragen und nicht darauf kauen.
Schicken um eine Pylonegruppe oder Tonne
Der Hund wird aus der Grundstellung um eine Pylonengruppe von 3 bis 6 Pylonen oder um eine Tonne von etwa 70 cm Durchmesser geschickt.
Die Entfernung zu den Pylonen steigert sich je nach Leistungsklasse von 5 auf 20 m.
In den Klassen 2 und 3 wird das Umrunden dieser Pylonen kombiniert mit dem Überspringen von Hürden und dem Apportieren.
In der Klasse 2 muss der Hund die Pylonen in einer Entfernung von 20 m umrunden, wobei er auf dem Hinweg zunächst zwischen zwei aufgestellten Hürden hindurch laufen muss.
Nach dem Umrunden wird der Hund auf dem Rückweg gestoppt und muss entweder die Steh- oder die Platzposition einnehmen. Anschließend muss er auf Kommando entweder die rechte oder die linke Hürde überspringen und zurück in die Grundstellung oder zuvor den Vorsitz kommen.
In der Klasse 3 stehen die Pylonen auch 20 m entfernt. Vor dem Start werden 2 Apportel hinter den Hürden ausgelegt.
Der Hund muss nun zwischen den Hürden und den Apporteln zu den Pylonen laufen und diese umrunden. Dann wird der Hund wieder gestoppt, wobei hier eine Steh, - Sitz- oder Platzposition gefordert sein kann.
Der Hund muss auf Kommando das rechte oder linke Apportel über die dazugehörige Hürde bringen und zum Hundeführer in die Grundstellung oder zuvor den Vorsitz kommen.
Apport
In diesen Übungen geht es um das Bringen von einem Holzapportel.
Dabei muss der Hund das Apportel schnell und sauber aufnehmen und darf nicht auf dem Holz kauen. Der Hund bringt das Apportel in die Grundstellung oder den Vorsitz, wo es durch den Hundeführer abgenommen wird.
In der Beginner Klasse legt der Hundeführer das Apportel zwischen sich und dem Hund aus und der Hund bringt das Apportel auf Kommando zu seinem Hundeführer.
In der Klasse 1 wird das Apportel vom Hundeführer über eine Hürde ausgeworfen. Der Hund wird dann vom Hundeführer zum Apportieren geschickt und muss die Hürde auf dem Hin- und Rückweg (dann mit Apportel) überqueren.
Die Hürdenhöhe wird hier natürlich an die Größe des Hundes angepasst.
In den weiteren Klassen wird das Apportieren als Richtungsapport durchgeführt. Hier werden zwei bzw. drei Appportel ausgelegt und der Hund muss auf Kommando das rechte, linke oder in Klasse 3 auch das mittlere Apportel holen und zurück zum Hundeführer bringen.
Welches Holz gebracht werden soll, wird am Beginn der Prüfung verdeckt ausgelost.































































